25. Juni 2008 0

Béla Béla Deutschland – Türkei 3:2

| Ballkontakt

Da hängt ein Hautlappen herunter, bei Rolfes, aber das ist zu diesem Zeitpunkt auch schon egal, das Spiel ist mir längst unheimlich. Ist ja nur Fußball, aber dieser hier ist besonders, dieser hier ist nach den Gesetzen der Alpträume. Kroatien, noch einmal. Diese Lähmung, die man körperlich spüren kann, diese Lähmung kriecht aus dem Fernseher und nimmt mich gefangen; Desorientierung dort, und in mir.

Später wird der Bildschirm grau, niemand schaut zu. Auf dem Balkon und rauchend höre ich Réthy, der durch die offene Balkontür hallt, Béla Réthy in den Straßen, niemand zu sehen, seine Stimme aus den Häusern und über all dem. Big Brother Réthy hat sich über die Welt gelegt. Später kommen die Bilder zurück, langsam, und seine Stimme läuft vor diesen Bildern her, im Arbeitszimmer mit noch mehr Verzögerung Zattoo, immer also erst Réthy, dann die Bilder, dann Zattoo, und ich: zwischen den Zimmern und Bildern und Tönen. Das Leben hat ein bisschen an Synchronität verloren.

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