17. Juni 2008 0

Dunkelbunt Österreich – Deutschland 0:1

| Hoffnungsträger

Nach einem super Fußballabend freute ich mich heute Morgen auf die Reaktionen im Netz. Was ich sah, war: Beckmann, überall.

Vielleicht lag es am Prosecco, ganz bestimmt an den Gummibärchen und eventuell auch an meiner unverschämt wohlwollenden Grundstimmung, dass mir die Partie gefiel. Die Souveränität des Jens Lehmann, die breite Brust des Michael Ballack, der nimmermüde Lahm, der entschlossene Podolski … Da sehe ich gerne genau hin, das sehe ich gern und zugegebenermaßen viel lieber als die Wolkendecke aus dem Fenster des Fliegers nach Cordoba. Und wie der Zwanziger nach dem Tor die Merkel herzt und danach erst seine Frau. Und Bierhoff umgekehrt (gut, auf der anderen Seite saß ja auch nur der nette aufmüpfige Herr Löw). Das amüsiert mich. Das berührt mich ebenso sehr wie Gomez’ Kampf mit sich selbst, Frings’ unerreichbare Flanken, Fritz’ hängende Schultern und Schweinsteigers unentschiedene Frisur (die aus Nationalfarbigkeitsgründen nach einem roten Kopf verlangt: im Viertelfinale, yeah). Und dann: Hickersbergers gefasste Worte.

Aber wenn das heilige Holland heute zwei weitere Abseitstore schießt, das Pech der italienischen Versagertruppe sich zum Vorrunden-Knock-out potenziert und Ribery diesmal hinten links spielt, um dort das Nullnull zu verwalten, dann ist ja zum Glück endlich wieder alles so, wie es sein muss: schwarz-weiß. Und heimlich, in den Katakomben des Ernst-Happel-Stadions, in einem kleinen Seitengang abseits der Mikrofone und Kameras, tanzt Beckmann mit dem Kaiser langsamen Walzer.

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