Kategorie Ballkontakt

18. Oktober 2013 0

Rausch Tennis Borussia Berlin – Eintracht Mahlsdorf 2:1

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5. August 2013 0

LSF <3 Saarbrücken – Werder Bremen 3:1 n. V.

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Der lächelnde Robin Dutt. In die Sonne blinzelnd, die Hände locker in die Hüften gestemmt. Robin Dutt mit dem Sommergesicht, dem Es-geht-mir-gut-Ausdruck – so sehen Menschen aus, die gerade im Freibad eine Partie Beachball gespielt haben, mit Kriegsbemalung aus Sonnencreme, und sich zufrieden erschöpft aufs Handtuch sacken lassen, ein bisschen aus der Puste, aber jederzeit bereit, die schwierigste Frage des Tages zu beantworten: Nogger oder Solero?

Der entspannte Robin Dutt. Der Sommer-Dutt. »Schwimm doch noch ’ne Runde«, möchte ich ihm zurufen. »Da hinten wird’s dunkel.«



20. Oktober 2012 0

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Zlatan Arnautovic.



4. September 2012 1

Das Derby Union Berlin – Hertha BSC 1:2

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Die Vorfreude. Die Aggression. Die Polizei. Die Sonne. Das Gastfarbenverbot. Das Bier. Der Nazi. Die Blicke. Der Kuss. Der Gesang. Der Jubel. Der versteckte Jubel. Der Freistoß. Das Glück. Die Geräuschkulisse. Das Befremden. Die Stille. Die Sehnsucht. Die Vorfreude.






1. September 2012 0

I like the way this is going Werder Bremen – Hamburger SV 2:0

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Das beinahe Schönste am Fußball ist, dass selten das passiert, was vorgesehen war, und dass selten die recht haben, die meinen, dass sie recht haben müssten, schon von Berufs wegen oder weil sie Checkertypen sind oder mal Kloppo die Hand geschüttelt haben. Mit anderen Worten: Ignoriert die dicken Hosen. Vergesst eure Erwartungen, vergesst eure Wünsche, vergesst euch, das Spiel geht los. Alles, was währenddessen passiert, ist nüchtern betrachtet von einer derart überwältigenden Irrelevanz, dass sich wer allerorten Relevanz und Gewicht gewohnt ist zwangsläufig locker machen muss. Frei. Leicht. Das ist wunderschön.

Es gibt keinen Plan und keine Alternativen. Es geht immer nur nach vorn, man beobachtet, man brüllt und singt. Man haut Sachen raus, die einem am nächsten Tag peinlich sind und manchmal auch noch im nächsten Jahr. Man zittert und zappelt und schweigt, bis man nicht mehr kann. Man glaubt an alles, an nichts mehr. Fest. Man lässt sich überraschen und überrascht sich selbst. Man applaudiert, hüpft. Man hält Botschaften in die Höhe, für andere, für sich. Man macht Fotos, von sich, für andere. Man ist glücklich, wagemutig. Man heult. Man redet wirr, auch noch Stunden später.

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Werder hat das Nordderby gewonnen. Ich hatte einen beschwipsten Tag. Mit Nudeln, Kuchen, Kaffee und ein bisschen Sonne. Feiertag. Bei Werder* scheint gerade ziemlich viel zu stimmen. Bei mir auch.

* Beim #tpber habe ich neulich etwas vorschnell behauptet, ich würde Werder am Ende der Saison auf dem fünften Tabellenplatz sehen. Gelächter. Inzwischen habe ich noch mal topcheckermäßig in mich hineingehorcht und muss mich korrigieren. Ich bin sicher, Werder wird Meister. (Muaaahahaha.) Mindestens.



26. Februar 2012 0

Auswärts Berliner SC – Tennis Borussia Berlin 2:0

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»Ich fühle mich gerade komisch, ein bisschen wie im Urlaub«, sage ich, als wir später im Bushäuschen sitzen und auf die Linie M29 warten und die Sonne uns wärmt wie noch nie in diesem Jahr. So ein Urlaub an einem Ort, den ich für maximal einen oder zwei Tage ertrage, weil für mich dort kaum etwas wirklich greifbar ist – es ist grün und beschaulich, die Leute im Schnitt etwas älter, gut gekleidete Damen mit Hund auf dem Arm, und an den Laternen klebt nichts außer schwerem Parfüm. Auf den ersten Blick ist nichts grundlegend falsch an einem solchen Schönwetterort, alles ist ganz hübsch, aber leider atmet es nicht.

Wir atmen. Zerknittert. Sitzen da und warten auf den Bus und sagen nichts mehr, weil es nichts mehr zu sagen gibt. Ein furchtbares Spiel war das. Zwei Gegentore, ein eigenes Tor, das nicht gegeben wurde, ein eigener Elfmeter, der kurz vor der Ausführung in einen Freistoß für den Gegner umgewandelt wurde. Ein schlechter Schiedsrichter, Kunstrasen, Pech. Gelb-Rot, Rumgepöbel, Matsch. Keine Bratwurst. Was soll man da schon sagen, das war alles Mist.

Am Vormittag hatten wir uns voller Vorfreude auf den Weg gemacht, mit Sonnenbrille statt Mütze. Endlich mal wieder ein Spiel, das nicht den widrigen Witterungsbedingungen zum Opfer fallen, sondern stattfinden sollte, und dazu ein blauer Himmel, was für ein Glück. Ich liebe diese Anreisen zum Spiel, das Gleich-geht-es-los-Gefühl, die Gleich-sind-wir-da-Zappeligkeit. Und wenn man unterwegs schon anderen begegnet, für die gleich ebenfalls etwas losgehen wird. Die aus allen möglichen Richtungen kommen, in Grüppchen oder allein. Und wenn sich dann vor Ort alles findet, begrüßt, oft stumm, weil man sich gar nicht kennt, aber umeinander weiß. Parole lila. Wenn man den anderen ansieht, dass auch ihre Nacht kurz war, wegen dieser außergewöhnlich frühen Anstoßzeit und natürlich wegen gestern. Dieses Ankommen ist mein 1:0, jedes Mal.

Als der Bus ankommt, wird mir klar, was mich neben der blöden Niederlage besonders bedrückt an diesem Kurztrip an die Hubertusallee. Es sind die vielen Verbotshinweise. Fahrradfahren verboten. Hunde an die Leine. Platz gesperrt. Treppe zum Platz gesperrt. Maschendrahtzaun. Lärm verboten. Tröten raus. Bitte leise freuen. Oder am besten gar nicht. Ich freue mich auf Mittwoch, da ist Heimspiel. Wir werden summen singen und trinken und Wurst essen, vielleicht werden wir auch jubeln, losjetzthier, und das Flutlicht wird uns wärmen wie ein Lagerfeuer.



27. November 2011 1

Halbe-halbe Hertha BSC – Bayer 04 Leverkusen 3:3

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Die Bratwurst war ganz okay, die Stimmung so lala, die Punkte teilte man sich. Die Ränge waren eher so halbvoll, die verfluchte Laufbahn viel zu breit, und das Wetter? Das ging so.

Ballack hatte einen mittelprächtigen Tag, wie die meisten seiner Mannschaftskollegen. Erst schlummerten sie, dann rannten sie, und am Ende: na ja. Bei den Berlinern war es ähnlich: Erst rannten sie, dann rannten sie hinterher, dann blieben sie weg – »dit is ma alles viel zu pomadig«, befand der Herr hinter mir. Recht hatte er, während des gesamten Spiels hatte er recht, überzeugte mit treffenden Analysen und einer charmanten Beobachtungsgabe. Sich und seinem Banknachbarn hatte er eine wärmende Decke mitgebracht, so für über die Beine, halbe-halbe. Korrekt. Er wies die fünf Engländer in seiner Reihe mehrfach freundlich darauf hin, dass man doch zum Fußballkieken ins Stadion gehe, nicht zum regelmäßigen Bierholen und -wegbringen. Wärmedecke weg, aufgestanden, Engländer vorbeigelassen, wieder hingesetzt, Wärmedecke zurechtgezupft, bestimmt zehn Mal ging das so, und dennoch blieb er besonnen. Sehr korrekt. In der zweiten Hälfte entdeckte er auf dem Platz die Herren Kobiashvili (»Komische Frisur hat der, den erkennt man ja gar nicht.«) und Bender (»Ach, da isser ja. Spielt ja doch mit.«). Total korrekt. Und dann, bei einem dezenten Check von Lell gegen Ballack an der Seitenlinie, da ließ er sich gar zu einem amüsierten »Uiiiiii …« hinreißen, das dem guten Fritz von Thurn und Taxis zur Ehre gereichte. Sechs »i«, noch zwei Bier. Ko-rrekt.

So trug der Herr hinter mir zu einem nicht unwesentlichen Teil zu meiner Unterhaltung bei, denn das Spiel wollte mich nicht so recht in Stimmung versetzen. Dass mir dennoch warm ums Herz wurde, dafür sorgten neben ein paar Glühwein, meiner roten Lieblingsmütze und ’ner geteilten Brezel aber auch die freundlich zwinkernde Toilettendame, die riesengroße Fahne inmitten des Bayer-Fanblocks, die hübsche Choreo drüben in der Ostkurve, ein guter Schiedsrichter (auch wenn er den Elfmeter für Leverkusen nicht gab), ein wahnsinniger Eren Derdiyok (der von hinten und sehr, sehr weit weg aussieht wie Ballack) und … ach ja … Ballack. Irgendwann finde ich ganz gewiss heraus, was da eigentlich vor sich geht. Bis dahin bleibe ich – tja – unentschieden.



8. November 2011 5

Lilaweiß TeBe Berlin – VfB Hermsdorf 5:3

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»Ein Punkt liegt im Bereich des Möglichen«, wirft D. trocken ein, als Dejagah in der Nachspielzeit das furiose 5:3 erzielt, von oben links fliegt Bier, der E-Block hüpft und ich bin mal wieder dabei, mich hoffnungslos zu verlieben. In den charmanten Bierbudenmann, in diese schönen Menschen, in das kleine Mädchen im Schnöselshirt, mit den lila Bändern im Haar, das unvermittelt und aus vollem Herzen »St. Paaauliii!« brüllt, als handele es sich dabei um einen Zauberspruch von Prinzessin Lillifee.

Später widerstehe ich der Versuchung, den Fanshop leerzukaufen, hey, immer mit der Ruhe, bist ja noch öfter hier, auf dem Heimweg futtern wir kichernd eine Tüte Schnecken leer, mein Herz klopft im Takt.






3. Oktober 2011 10

Jein Hamburger SV – Schalke 04 1:2

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Er müsse uns an dieser Stelle höflich darum bitten, das Stadion unverzüglich zu verlassen, sagt der Ordner in Orange in ruhigem, aber bestimmtem Ton. 74. Spielminute, soeben ist das 1:2 gefallen. Äh, wie? Der meint das nicht ernst, oder? Der meint doch nicht uns? Huntelaar meint er vielleicht, aber uns? Uns kann er nicht meinen.

Doch, doch, er meine uns und er meine es ernst, das sei alles andere als lustig und es reiche auch nicht aus, sich jetzt schnell was drüberzuziehen übers königsblaue Trikot, denn denen seien wir nun bekannt, da helfe auch kein Pullover. Wie bitte? Mir wird mulmig. Wie meint der das denn? Der kann uns doch nicht einfach rauswerfen. Und wem sollten wir denn hier bekannt sein?

Im Interesse unserer eigenen Gesundheit, bekräftigt der Orangefarbige und lässt sich auch von den Solidaritätsbekundungen unserer hanseatisch gekleideten Sitznachbarn nicht von dieser Ansicht abbringen. Es sei jetzt durchaus gefährlich für uns und notfalls möglich, in einen anderen Block zu wechseln, Gegengerade ganz oben, da seien noch Plätze frei. »Hm, wenn wir da angekommen sind, ist das Spiel vorbei«, räumt einer ein, aber das überzeugt den Orangefarbigen nicht.

Wir sind zu fünft: drei freundliche Lotto-King-Karl-Mitsummer/-innen, zwei ebenso freundliche, tja, Gästetrikotträger (ein Mann, ein kleiner Junge). Die Karten waren uns am Ticketschalter auf Nachfrage als geeignet empfohlen worden – »kein Problem, in diesem Block geht es entspannt zu« –, nun sitzen wir brav auf unseren Plätzen, es ist schön warm und wir freuen uns über unseren lange im Vorfeld geplanten gemeinsamen Fußballabend, Ergebnis Nebensache. Aber nein, so einfach ist das nicht, wie der Orangefarbige uns erklärt. Wir hätten hier eigentlich gar nicht auftauchen dürfen, das sei wohl an verschiedenen Stellen übersehen worden, aber nun sei es an der Zeit, darauf hinzuweisen. Rausschmeißen könne er uns nicht, denn wir hätten ja nun mal Karten. Wenn wir uns aber wenigstens nicht freuen würden, wäre schon ein Anfang gemacht.

Der wiederholten dringenden Empfehlung des Orangefarbigen, in seiner Begleitung das Feld zu räumen, kamen wir nicht nach. Stattdessen wurden wir stiller und stiller, die Objekte des Anstoßes verschwanden unter farbneutralen Jacken, ein paar Reihen weiter dasselbe Bild: kurze Ansprache in Orange, sichtbare Irritation, Trikotversteckaktion, Schweigen. Wir fühlten uns unerwünscht, wie blinde Passagiere, die man im Bauch eines Kreuzfahrtschiffs entdeckt, gnädigerweise aber nicht direkt über Bord befördert, sondern noch bis zum nächsten Hafen mitnimmt. Ahoi. Nein, wir waren nicht sauer auf den Orangefarbigen, erst recht nicht auf den Verein, so ein Quatsch, aber verdutzt waren wir und mit einem Mal merkwürdig ernst. Erst die ausgestreckte Hand eines lächelnden Rautenträgers unterbrach unsere Irritation. »Hey, Kleiner, Glückwunsch zum Sieg.« Home, sweet home.



12. Juni 2011 0

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Fotos: Copyright © Stefanie Barthold



24. September 2009 0

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nah am Krampf



23. Mai 2009 0

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Alles ist schön (dank Piotr Trochowski).



21. Mai 2009 0

Ganz oder gar nicht Werder Bremen – Schachtjor Donezk 1:2

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Die ersten 90 Minuten des Spiels konnte ich nicht sehen, aber ich trug ja die Raute drunter, knapp über Herzhöhe. Und so verbrachte ich den Abend in einem Zustand zuversichtlicher Zufriedenheit, den ich angesichts meiner Verzweiflung der vergangenen Tage (ob des Nicht-Fußballgucken-Könnens) als bemerkenswerte Leistung erachtete. Ich widmete mich vollkommen fußballfernen Themen, erfreute mich an angenehmen Gesprächen und interessanten Menschen, es war ein perfekter Abend.

Stolz, lächelnd und gespannt schaltete ich später den Fernseher an, um mir das Ergebnis aus Istanbul abzuholen, und ich sah: einen grimmigen Schaaf, im Topmodel-Outfit, hilflos fuchtelnd (Drama, baby!), einen genervten Pizarro, einen schlurfenden Frings, einen seufzenden Özil. Und am Allerschlimmsten: Es ging noch weiter. Lauter Querpässe! Als dann auch noch Wiese die Augen verdrehte, schaltete ich ab und ging Zähneputzen. Ich hab Werder zwar lieb, aber meine Zuneigung kennt Grenzen.

Nächste Woche Samstag bin ich mit meinem Vater zum Fußballgucken verabredet. Vorher gibt’s Spargel, grünen und weißen.



3. April 2009 0

0:1 Ballack, 1:1 Löw Wales – Deutschland 0:2

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Eine Ohrfeige ungeahndet zu lassen,
damit macht er sie sich zu eigen.



19. September 2008 1

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Leverkusen ist das neue Bremen.