6. September 2007 0

Hintermann

| Abseits

Wenn ich Angst hätte, ich meine, wenn ich so richtig Angst hätte, weil ich so alleine da hinten drinstünde und all die Stürmer stürmten, und ausgerechnet auf mich zu, dann würde ich ja versuchen, den Ball loszuwerden.

Querpass, wenn es ginge. Oder Steilpass, so unheimlich steil und hoch und weit weg mit dem Ding, dass auf jeden Fall nichts schiefgehen könnte. Irgendeiner käme mit dem Kopf schon dran, kann man ja ruhig auch mal aus Panik heraus machen, braucht man ja nicht erst auf Halblinks stehen und dann reinkurven; gibt ja gar keine Außen mehr, will ja niemand mehr in die Ecken, die könnten die Fahne eigentlich zehn Meter hinter der Mittellinie aufstellen, lernen die ja schon bei der U17; nur nicht über Außen spielen, das ist irgendwie gefährlich oder doof oder sonst was; auf jeden Fall also ab durch die Mitte, da kann man nichts falsch machen. Zumindest nichts anders und also nichts falsch. Wo war ich? Ach ja. Man könnte sich den Ball auch schnappen und Gas geben. Ist ja nicht so schwer, wenn man ein bisschen Tempo drauf hat, mit ein bisschen Tempo kann ja sogar ein Vorstopper dribbeln, muss man sich nur trauen. Vorstopper gibt es nicht mehr? Egal, er könnte das, wenn es ihn noch gäbe. Oder auf die Tribüne pöhlen. Oder in die Hand nehmen und wegrennen. Was weiß ich. Aber zum Torwart? Ich meine, hey: Das ist der Torwart!

Ich hätte gerne den Zusammenschnitt der Rückpässe eines Spieltages und dessen, was daraus resultiert – nur die Rückpässe, die zum Torwart gehen. Irgendeinen Grund muss es ja geben, dass die das alle so gerne machen, irgendeinen spieltaktisch unglaublichen Vorteil. Ich bin nur noch nicht drauf gekommen. Aber ich krieg das raus.

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