26. Februar 2012 0

Auswärts Berliner SC – Tennis Borussia Berlin 2:0

| Ballkontakt

»Ich fühle mich gerade komisch, ein bisschen wie im Urlaub«, sage ich, als wir später im Bushäuschen sitzen und auf die Linie M29 warten und die Sonne uns wärmt wie noch nie in diesem Jahr. So ein Urlaub an einem Ort, den ich für maximal einen oder zwei Tage ertrage, weil für mich dort kaum etwas wirklich greifbar ist – es ist grün und beschaulich, die Leute im Schnitt etwas älter, gut gekleidete Damen mit Hund auf dem Arm, und an den Laternen klebt nichts außer schwerem Parfüm. Auf den ersten Blick ist nichts grundlegend falsch an einem solchen Schönwetterort, alles ist ganz hübsch, aber leider atmet es nicht.

Wir atmen. Zerknittert. Sitzen da und warten auf den Bus und sagen nichts mehr, weil es nichts mehr zu sagen gibt. Ein furchtbares Spiel war das. Zwei Gegentore, ein eigenes Tor, das nicht gegeben wurde, ein eigener Elfmeter, der kurz vor der Ausführung in einen Freistoß für den Gegner umgewandelt wurde. Ein schlechter Schiedsrichter, Kunstrasen, Pech. Gelb-Rot, Rumgepöbel, Matsch. Keine Bratwurst. Was soll man da schon sagen, das war alles Mist.

Am Vormittag hatten wir uns voller Vorfreude auf den Weg gemacht, mit Sonnenbrille statt Mütze. Endlich mal wieder ein Spiel, das nicht den widrigen Witterungsbedingungen zum Opfer fallen, sondern stattfinden sollte, und dazu ein blauer Himmel, was für ein Glück. Ich liebe diese Anreisen zum Spiel, das Gleich-geht-es-los-Gefühl, die Gleich-sind-wir-da-Zappeligkeit. Und wenn man unterwegs schon anderen begegnet, für die gleich ebenfalls etwas losgehen wird. Die aus allen möglichen Richtungen kommen, in Grüppchen oder allein. Und wenn sich dann vor Ort alles findet, begrüßt, oft stumm, weil man sich gar nicht kennt, aber umeinander weiß. Parole lila. Wenn man den anderen ansieht, dass auch ihre Nacht kurz war, wegen dieser außergewöhnlich frühen Anstoßzeit und natürlich wegen gestern. Dieses Ankommen ist mein 1:0, jedes Mal.

Als der Bus ankommt, wird mir klar, was mich neben der blöden Niederlage besonders bedrückt an diesem Kurztrip an die Hubertusallee. Es sind die vielen Verbotshinweise. Fahrradfahren verboten. Hunde an die Leine. Platz gesperrt. Treppe zum Platz gesperrt. Maschendrahtzaun. Lärm verboten. Tröten raus. Bitte leise freuen. Oder am besten gar nicht. Ich freue mich auf Mittwoch, da ist Heimspiel. Wir werden summen singen und trinken und Wurst essen, vielleicht werden wir auch jubeln, losjetzthier, und das Flutlicht wird uns wärmen wie ein Lagerfeuer.

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