8. November 2011 5

Lilaweiß TeBe Berlin – VfB Hermsdorf 5:3

| Ballkontakt

»Ein Punkt liegt im Bereich des Möglichen«, wirft D. trocken ein, als Dejagah in der Nachspielzeit das furiose 5:3 erzielt, von oben links fliegt Bier, der E-Block hüpft und ich bin mal wieder dabei, mich hoffnungslos zu verlieben. In den charmanten Bierbudenmann, in diese schönen Menschen, in das kleine Mädchen im Schnöselshirt, mit den lila Bändern im Haar, das unvermittelt und aus vollem Herzen »St. Paaauliii!« brüllt, als handele es sich dabei um einen Zauberspruch von Prinzessin Lillifee.

Später widerstehe ich der Versuchung, den Fanshop leerzukaufen, hey, immer mit der Ruhe, bist ja noch öfter hier, auf dem Heimweg futtern wir kichernd eine Tüte Schnecken leer, mein Herz klopft im Takt.




5 Kommentare

  1. mütze sagt:

    das nenn ich TeBe

  2. Sebastian sagt:

    Das erinnert mich an meinen Kollegen, der irgendwie aus Trotz häufig eine uralte Tebe-Trainingsjacke trägt. Am Montag hielt er mich im Flur auf: “Wir haben mal gewonnen.” Er hat immer diese Tragik im Mundwinkel und bekam die auch nach dem Sieg gegen Hermsdorf nicht raus. Über zwei Meter ist er groß. Ich muss immer den Kopf ins Genick werfen, wenn ich mit ihm rede. Hermsdorf? Oh, mein Gott! Hermsdorf! Ich erinnere mich. Berliner Pokal. Elfmeterschießen. Ausgeschieden. Gegen Hermsdorf. Ich fange an, dem großen Kollegen zu gratulieren. Doch er wehrt ab. Hermsdorf. Der Gegner ist für ihn schon Demütigung. “Hauptsache, wir steigen nicht ab. Das wäre schon was.” Sagt er. Und zieht weiter.

  3. stefanie sagt:

    @Sebastian
    Schön, dass ihr miteinander redet – trotz des Größenunterschieds. ;-) Gruß an die Glücksjacke.

  4. Pit sagt:

    TeBes Fanschar sind in jeder Hinsicht unsympathisch.
     
    Die Fans sind zwar bekannt dafür, offen Homophobie und Xenophobie zu thematisieren, was ja auf den ersten Blick erstmal lobenswert sein sollte. Allerdings zerstören sie dieses Potenzial, was mit diesem Engagement entsteht durch eigenartige Handlungen und Aussagen. Diese erstrecken sich von nahezu krankhafter Diskriminierungs-Paranoia, also in jeder noch so winzigen Kritik oder jedem noch so harmlosen Fangesang den persönlichen, antisemitischen, homophoben oder xenophoben Angriff zu suchen, bis hin zu teils absolut kruden Ansichten zum Judentum, zu Deutschland und zur Welt. Ich habe mich vor einigen Jahren selber mal eine Zeit lang in der Fanszene von TeBe umgehört, ein paar Gespräche geführt und versucht, die Szene etwas konkreter einzuordnen und, wie gesagt, ich war damals teilweise sehr negativ überrascht.
     
    Mit ihren Einstellungen sind die Fans von TeBe beim Kampf gegen die Homophobie und andere “Krankheiten” des Fußballs ungefähr so wertvoll, wie Henryk M. Broder in einer Antisemitismusdebatte.
     
    Beste Grüße aus Halle an der Salle
    P.

  5. stefanie sagt:

    Schade, Pit, dass du da anscheinend negative Erfahrungen gemacht hast.
    Mein Eindruck ist ein ganz anderer.

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