3. Juli 2007 4

Ablösesumme

| Abseits

Als Ballack fortging, fing ich an, ihn zu mögen. Etwas veränderte sich. Meine Abneigung verwandelte sich in mir verdächtig erscheinender Geschwindigkeit in Sympathie, in pures Wohlwollen. Ich verteidigte ihn vehement vor kritischen Journalisten, er war der Grund, weshalb ich Chelsea siegen sehen wollte, jedes seiner Tore bejubelte ich, und ich seufzte, als er verletzt ausfiel; etwas veränderte sich, ich wurde zum Fan.

In keinem der Gründe, die mir auf den ersten Blick als Erklärungsansätze geeignet erschienen, gefiel ich mir. Deshalb ahnte ich, dass ich so leicht nicht davonkommen würde, dass ich ein »Ich mag eben keine Helden, und die Bayern finde ich eh doof« nicht würde gelten lassen können. Mein Unbehagen erreichte einen vorläufigen Höhepunkt, als ich mir eingestehen musste, dass mir Ballack sympathischer geworden ist, seit nicht mehr täglich über ihn gesprochen wird. Die »Führungspersönlichkeiten« sind in England andere. Die nachlassende Präsenz Ballacks, in den Medien und in mir, hatte eine Lücke geschaffen. Diese Lücke füllten fortan echtes Interesse und eine seltsame Form von Solidarität, die mir nicht geheuer war.

Möglicherweise hatte ich mich geirrt, damals, vielleicht war es aber auch nur das »Modell Ballack«, das mir mehr und mehr zu behagen schien, weil ich mich in ihm wiedererkannte, wiedererkennen wollte. Oder das alles ist Unsinn und die Wahrheit viel schlichter. Über die Ahnung bin ich noch nicht hinaus, ich suche noch immer, und das gefällt mir. Den neuen Werbespot, den mit den Rosen, finde ich ganz in Ordnung; vorhin habe ich sogar den Fernseher angelächelt.

4 Kommentare

  1. dus sagt:

    huch ein fusboiblog

  2. stefanie sagt:

    … mit bald auch wieder mehr Fußballblogbeiträgen …

  3. […] wie Ballack) und … ach ja … Ballack. Irgendwann finde ich ganz gewiss heraus, was da eigentlich vor sich geht. Bis dahin bleibe ich – tja – […]

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