3. September 2011 3

Im Grünen Union Berlin – Werder Bremen 2:2

| Abseits

Da stehen wir nun, mitten im Wald. Vormittags hatte ich angesichts des herrlichen Wetters noch in Erwägung gezogen, mit dem Fahrrad zum Spiel zu fahren, aber das hier, das ist ja noch viel abenteuerlicher. Wir waren uns irgendwie sicher, dass es okay sein würde, hier aus der S-Bahn zu steigen, aber auf einmal ist da nur diese lange, zweispurige, recht ordentlich befahrene Straße ohne Fußgängerweg – und links und rechts Wald. Ein leiser Zweifel. Hm. Okay, also erst ein paar Schritte Gefahr am Straßenrand, dann nix wie ab in den Wald. Wird schon richtig sein, das Stadion ist doch … ähm … ganz in der Nähe … eigentlich … oder?

Wald halt. Pure Idylle. Ein Trampelpfad, Wurzeln, duftendes Grün, Stille, keine Menschenseele in Sicht, nur zwei junge Frauen, die zum Fußball wollen und froh sind, bequemes Schuhwerk zu tragen. Wir lachen, weil wir uns Hunderte Union-Fans vorstellen, die in voller Fanmontur diesen verwunschenen Weg hier entlangtrotten, so Sieben-Zwerge-mäßig in langer Reihe, denn ein Nebeneinander lässt der Weg kaum zu. Hei-ho, hei-ho. Und wenn dann mal Dresden kommt oder so, dann muss doch auch die Polizei mit denen hier lang. Ha ha! Uns schwebt da eine erstklassige Fotostrecke vor, wir stapfen weiter. Sind jetzt schon total in Fußballstimmung. Aber irgendwie zieht sich das hier. Hätten vielleicht doch mit der Parkeisenbahn fahren sollen, mit der blauen Lok Gunther, dann wären wir sicher längst da. Na ja, es ist noch viel Zeit bis zum Anpfiff, und außerdem scheint die Sonne. Ich hab einen Ohrwurm von diesem schrecklichen Sieben-Zwerge-Lied.

Plötzlich, sieh mal, ein Mensch! Es ist ein langhaariger Eisern-Union-Ordner, der sich freut, uns zu sehen. »Jo, immer geradeaus, immer weiter, dit is schon korrekt.« Erleichterung. Dann Grillgeruch, Musik, mehr Menschen, ein grüner Bus, rotweiße Schals. Hurra, wir sind richtig. Haben wir doch gleich gewusst.

[Das war ein sehr schöner Nachmittag in der Alten Försterei. Werder hat zwar nicht gerade geglänzt – in der ersten Hälfte ging’s noch, zwei »Rosmarintore« –, aber ich habe mich ein bisschen in das Stadion und die Union-Fans verguckt. Wie die singen! Werde das weiter verfolgen, den Weg kenn ich ja jetzt. Vielleicht fahre ich aber auch demnächst mal eine Station weiter. Nur so, um mal zu gucken.]

3 Kommentare

  1. […] “Im Grünen”: alles über den Weg hin zum Stadion, zur Alten Försterei in Köpenick, findet sich hier […]

  2. […] in Kreuzberg weg und trinke manchmal einen Kaffee in Mitte. Ich finde TeBe sympathisch, habe mich neulich bei Union wohl gefühlt und gehe inzwischen auch gerne mal ins Olympiastadion. Sofern die Hertha nicht gegen […]

  3. […] weg, und das unverschämterweise seit Jahren schon.) Zum ersten Mal zu Union in die Alte Försterei gewandert. Zum ersten Mal an einem Bundesliga-Tippspiel teilgenommen. Zum ersten Mal unrund […]

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