Kategorie Spielplan

23. März 2014 0

Gooool mit vier »o«

| Hoffnungsträger, Spielplan

Als mich Alois vor ein paar Monaten gefragt hat, ob ich sein Fußballbuch über Brasilien lektorieren möchte, wusste ich noch nicht, dass daraus ein so besonderes Projekt werden würde. Unverhofft hat sich »Gooool do Brasil – Kartografie einer nationalen Leidenschaft« für mich zur Herzensangelegenheit entwickelt. Futebol ohne Anführungszeichen, Seleção mit Cedille und Tilde, die Basics waren schnell klar. Der Zauber lag im Detail. Im Ohr den Lektoratssoundtrack in Dauerschleife, vor der Nase was mit Limetten, Eis und Zucker, gedanklich im Wechsel irgendwo in São Paulo und bei Gooool mit vier »o«. So hätte das ewig weitergehen können.

»Gooool do Brasil« hat mich begeistert. Jetzt, da das Werk endlich in meinem Bücherregal steht und die Freude darüber irgendwie kein Ende nehmen will, habe ich Alois ein paar Fragen dazu gestellt. (Seinen Vorschlag, das Interview auf Österreichisch zu führen, musste ich bedauerlicherweise ablehnen.)

Jeder Oasch macht heut’ ein Buch. Wann und warum hast du gesagt: »Ich auch!«?
Ende 2008 war mein erster Aufenthalt in Brasilien. Eins führte zum anderen: Die Liebe (zu Futebol), die Lust (auf ein Buchprojekt) und die relativ neue Leidenschaft zur Fotografie. Und: Ich liebe Bücher beziehungsweise Magazine.

Liebe, Lust und Leidenschaft. Nicht die schlechtesten Zutaten für ein gutes Buch. Und hast du dir irgendwann auf halber Strecke mal gedacht: »Ach nö, ich mach’ doch keins«?
Auf viertel Strecke, auf halber Strecke und auf dreiviertel Strecke. Ich leide beim Schreiben, es ist die Hölle. Ich verfluchte es jeden Tag. Aber wenn dann ein Absatz, ein Kapitel und dann das ganze Buch fertig ist, ist das schon sehr toll.

Du bist bei »Gooool do Brasil« gleichzeitig Autor, Fotograf, Gestalter, Verleger, Marketing- und Vertriebschef … hab ich noch was vergessen? Du machst wohl gerne alles alleine.
Die verwendete Schrift im Buch ist allerdings nicht von mir. Gerne alles alleine? Jein. Sagen wir so: Das Projekt war mir einfach zu wichtig, um irgendwelche Kompromisse einzugehen. Abgesehen davon habe ich den Eindruck, dass die Verlagsbranche völlig im Eimer ist, beziehungsweise irre konservativ. Das Ganze mal unabhängig von den bescheidenen finanziellen Konditionen.

Dafür riecht jetzt deine ganze Wohnung nach Fußballbuch! Wäre mit einem Verlag undenkbar gewesen.
Wenn ein Autor nur zehn Stück vom Verlag bekommt, könnte das sehr schwierig werden. Eigentlich riecht nur frisch geschnittenes Gras besser.

Eines meiner Lieblingsbilder aus dem Buch ist dieses hier:

Wie ist es entstanden? Was war das für ein Tag?
Das war 2012 in Recife im Nordosten von Brasilien, beim Spiel Santa Cruz gegen Salgueiro im Estádio do Arruda, regionale Meisterschaft vom Bundesstaat Pernambuco. Muss man nicht kennen. Das Arruda ist eine alte Betonschüssel, ein reudiges Betonungeheuer, Temperatur: 40 °C, vollgepisste Aufgänge, ein echtes Juwel der 1970er-Jahre.

Kann man deine Fotos kaufen?
Ja. Es ist eine Ausstellung in Wien und Graz geplant. Einige Bilder gibt es auch in der Bilderwelt von 11 Freunde, die signierte Variante als limitierte Auflage dann aber nur persönlich.

Gab es einen schönsten Moment, der sich im Buch wiederfindet?
Die schönsten waren glaub ich immer auch die intensivsten: In der Umkleidekabine eines Amateurteams, bei den 500 Schönheitsköniginnen in Manaus, unter der Fahne von Corinthians und das Interview mit Sócrates.

»Aqui tem um Bando de Louco …« singt die »Gruppe von Verrückten« unter der Corinthians-Fahne.
Meiner Meinung nach eins der besten Videos auf Youtube. #Gänsehaut

Wenn du dir eine Begegnung irgendwo in Brasilien aussuchen könntest, bei der du live dabei sein kannst, welche wäre das?
Gilt Vergangenheit auch? Also, beim Spiel Corinthians gegen Boca Juniors, das Rückspiel im Finale der Copa Libertadores, im Juli 2012, da wäre ich schon gern dabei gewesen. Corinthians hat da zum ersten Mal die verdammte Schüssel gewonnen.

»Das beste Team der Welt«, sagen zumindest die Fans. Das gerade ein schickes großes Stadion gebaut bekommt, in dem das WM-Eröffnungsspiel stattfinden wird. Wie findest du das?
Ich bin ja ein großer Fan vom aktuellen Stadion, vom Estádio do Pacaembu. Das ist sicher nicht so schick wie das neu Itaquerão, liegt aber sehr zentral in São Paulo und ist einfach seit Jahrzehnten das »Wohnzimmer« von Corinthians. Aber wir sprechen ja von der »Copa« und hier gelten eigene Gesetze, egal ob in Südafrika oder in Brasilien. Für Romantik und Sentimentalitäten ist da nicht immer Platz.

Hast du einen Lieblingsspieler in der aktuellen Seleção?
Dante von den Bayern ist einfach ein super sympathischer Typ. Dani Alves auch. Wenn man ihn über sein Heimatteam EC Bahia sprechen hört, das ist schon sehr bewegend. Bei Paulinho von Tottenham Hotspur find ich die Karriere beeindruckend: Vor einigen Jahren noch in Litauen, Polen bzw. in den unteren Ligen von Brasilien, ist er mittlerweile ein Fixstarter im Team. Auch noch gut: Thiago Silva. Und natürlich: Ronaldinho, der in meiner aktuellen Seleção auch noch dabei wäre.

… der bei der WM 2002 im Viertelfinale gegen England dieses unglaubliche Freistoßtor geschossen hat. Im Buch schreibst du:

Auf der einen Seite ein benommener und fassungsloser David Seaman, 38 Jahre alt, auf der anderen Seite ein ewiges kleines Kind, mit neunzigminütigem Lächeln im Gesicht. Es war ein Sieg des brasilianischen Spielwitzes über die englische Korrektheit und ein Triumph der südamerikanischen Improvisation über die europäische Rationalität.

Mehr »Golaço« geht eigentlich nicht. Du meinst also, der kann das immer noch?
Klar. In der Sprache eines Trainers gesprochen: »Er kann noch immer den Unterschied ausmachen, jederzeit.« Ich wandle hier ein schönes Zitat von Nelson Rodrigues ab: »Kein Mann käme auf die Idee, die Königin von Saba oder Kleopatra im Bett nach ihrer Geburtsurkunde zu fragen. Was geht es uns an, ob Ronaldinho siebzehn oder dreihundert Jahre alt ist, wenn er das Spiel entscheidet? Wenn der Ball ihn auswählt und bevorzugt.«

Liebe, Lust und Leidenschaft. Vermisst du manchmal den Ronaldo-Fan Bruno und seine Saftbar in Rio?
Dieser Verrückte …

Ist an Wien irgendetwas brasilianisch?
Wien und São Paulo haben viel gemein. Zum Beispiel das U-Bahn-Netz ist exakt gleich lang. Krass, oder?

Mit einer Kundgebung gegen die Erhöhung der Preise in den öffentlichen Verkehrsmitteln von São Paulo gingen letztes Jahr die landesweiten Demonstrationen los. Rechnest du auch bei der Weltmeisterschaft mit Massenprotesten?
Ja. Und ich hoffe, sie bleiben friedvoll und die Polizei bzw. diverse Sondereinsatzkommandos haben aus ihren Fehlern in den Sommermonaten von 2013 gelernt. Die überzogene Polizeigewalt ist leider noch immer traurige Realität in Brasilien.

Über welchen besonderen Brasilien-Moment steht nichts im Buch?
Ich spiele ja selbst mittlerweile sehr bescheiden Futebol. Aber bei einem Spiel – eine noble private Anlage von sehr reichen Bekannten – erzielte ich drei Tore. Und das Besondere daran, das war auf einem Feld, wo bereits Careca und Maradona spielten (und vermutlich auch Tore erzielten). Amoroso war in meinem Team. Ich war selten nervöser …

Du hast neben Amoroso im Sturm gespielt?
Ich würde eher sagen, Amoroso hat neben mir gespielt.

Was kann man von den Brasilianern lernen, mal abgesehen vom Fußballspielen?
Fruchtsäfte aus Ananas und Minze machen. Dem Wort »Saudade« (Sehnsucht) zwei Millionen Bedeutungen geben. Ordentliche Menschenschlangen bilden. Saukaltes Bier trinken. Und: Umarmungen.

Brasilien wird also Weltmeister, ja?
Fix. Und zwar gegen Italien.

Da wird sich dann viel umarmt. Und was, wenn nicht?
Eine tragische Finalniederlage gegen Uruguay oder Argentinien wäre zumindest für ein weiteres Buchprojekt spannender.

Alle Fotos: Copyright © Alois Gstöttner, Club Bellevue

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Alois Gstöttner
»Gooool do Brasil – Kartografie einer nationalen Leidenschaft«
176 Seiten, 17×22 cm, 86 Abbildungen
ISBN: 978-3-200-03492-1
24 Euro

Infos und Direktbestellung
Facebook-Seite von »Gooool do Brasil«
Buch bei Amazon bestellen



27. Oktober 2012 0

Oh Reeeh, oh Reh, oh Reh, oh Reeeh

| Spielplan

Endlich steht fest, wo die Podiumsdiskussion der »Aktion Libero« am 17. November stattfindet: in der Bar Zum Scheuen Reh im Belgischen Viertel.

Ich freue mich tierisch. Auf das Reh, auf Köln, auf den Abend. Das wird super.

//    »Fußball und Homosexualität – die Rolle der Medien«
//    Diskussionsabend mit Ronny Blaschke, Dirk Leibfried, Andreas Stiene, Jan F. Orth

//    Samstag, 17. November 2012, Beginn 19 Uhr
//    Musikclub Zum Scheuen Reh, Hans-Böckler-Platz 2, 50672 Köln (Bahnhof West)

Es wäre toll, wenn ihr kommen oder Menschen in und um Köln von der Veranstaltung erzählen könntet. Zum Facebook-Event geht es hier entlang.



30. Mai 2012 0

Days, nights

| Spielplan

Über das Innenleben eines Sportlers herrscht heutzutage eine klare Vorstellung: Gefühle soll man gefälligst ablegen. Gefühle sind ein störendes Moment beim Fußball. Dadurch wird man aber daran gehindert, sich vollständig zu entwickeln. Um sich entwickeln zu können, muss man Dinge austesten und auch Fehler machen dürfen, man sollte sich auflehnen können und es wagen, etwas infrage zu stellen; man muss weinen dürfen, damit man sich freuen kann, all das ist ein natürlicher und selbstverständlicher Teil des Erwachsenwerdens.

Als Jugendlicher galt Martin Bengtsson als eines der größten schwedischen Fußballtalente. Mit 18 schnitt er sich die Pulsadern auf. Mit 19 begann er ein Buch zu schreiben. Heute ist er 26, lebt als Künstler in Berlin, macht Musik und beschäftigt sich kaum noch mit Fußball.

Das Magazin 11 Freunde widmet sich Martin Bengtsson und seiner nun auch in der deutschen Übersetzung vorliegenden Geschichte »Freistoß ins Leben« in einer Videodoku und einem sehr lesenswerten Text: »Das Leben des Anderen«.



19. Mai 2012 2

Eine schöne Geschichte

| Spielplan

»Man muss schon ein bisschen bekloppt sein, um so was zu machen«, sagt T. kopfschüttelnd, ich nicke. Oder es sehr lieben. Und da Liebe und Beklopptsein ja für gewöhnlich deckungsgleich sind, wundert mich nichts. Schon gar nicht bei TeBe.

T.s anerkennendes Kopfschütteln gilt Jan. Fast zwei Stunden haben wir im »Casino« gesessen und ihm zugehört.* Das »Casino« ist diese mit lauter sportlichen Devotionalien dekorierte Kneipe Zeitmaschine im Mommsenstadion, in der nahezu alles aus Holz oder Bier oder aprikosenfarben ist. Jan ist Historiker. Und TeBe-Fan, seit wann? »Seit dem Relegationshinspiel 1998 um den Aufstieg in die zweite Bundesliga gegen Hannover 96.« Okay, die Frage war zugegebenermaßen nur so halbschwer, aber ich vermute, Jan hätte auch, weckte man ihn nachts um halb drei, die Schuhgröße von Sepp Herberger, das Torverhältnis der Veilchen in der Saison 1927/28 und das Geburtsdatum von Albert Eschenlohr parat. Bei den Vorbereitungen zur Festschrift anlässlich des 100. Geburtstags von Tennis Borussia Berlin vor zehn Jahren war ihm aufgefallen, dass bedauerlicherweise nur wenige Fotos aus der Gründungszeit des Vereins existierten. Also begann er zu recherchieren, zu suchen, zu sammeln. Und er begann zu schreiben. Das Ergebnis stellte er in dieser Woche im Mommsenstadion vor: TeBe-Geschichten.

Wer jetzt denkt: Gut, da ist so ein Typ, der hat sonst nichts zu tun und mal lauter Statistiken von irgendwann damals zusammengetragen … wie nett, dass das mal jemand macht … so … noch ’n Bier, bitte – wer das denkt, ist doof. Und irrt. Jan Buschbom hat nicht nur Zeit und Geld investiert, um Zahlen und Bilder zu sammeln, sondern war auch neugierig auf die dazugehörigen Geschichten. Um sie mit anderen teilen zu können und nicht wieder zu vergessen, schrieb er sie auf, eingebettet in den historischen Kontext, die sportliche und politische Stimmung im Verein und darüber hinaus.

Gemeinsam mit Daniel Sterl, der für das Layout und die technische Umsetzung verantwortlich ist, entwickelte er vor etwa zweieinhalb Jahren ein Konzept für diese außergewöhnliche Online-Vereinschronik und schrieb erste kleine Texte, gespickt mit Zitaten aus alten Dokumenten. Seine Quellen waren vor allem die Vereinszeitungen – damals war es übrigens noch Aufgabe des Trainers, kurze Spielberichte zu verfassen –, doch er durchstöberte auch die Archive von kicker, Fußball-Woche, der Vossischen Zeitung oder dem Berliner Tageblatt. Mit Unterstützung von TeBe-Vorstand Roland Weißbarth, der die Rubrik Gegner mit Informationen bestückte, entstand eine einzigartige Sammlung von Anekdoten und Fundstücken, eine wertvolle Erinnerungsbibliothek, die mithilfe der engagierten Fan- und Verliebtenszene des Vereins weiter wachsen soll. Denn bisher werden vor allem Geschichten aus den ersten 30, 40 Jahren nach der Gründung der Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft im Jahre 1902 erzählt.

Nach meiner Rückkehr aus dem »Casino« beginne ich zu lesen und kann gar nicht mehr aufhören. Mir gefällt diese Sprache, diese beiden Sprachen – die von damals und die von Jan –, die auf mich wie Geschwister wirken, die sich gut kennen und einander sehr mögen.

Wie sich die Muskeln straffen! Hier ist Fußball ganz zum Kampf geworden. Die beiden Berliner Internationalen Sobek und Brunke im harten Ringen um den Ball. Meisterhaft die Fußtechnik der beiden!

Um sich selbst und zugleich dem Verein ein kleines Geschenk zu machen, kann man übrigens einen Teil der alten Bilder käuflich erwerben, als Poster, als Kunstdrucke, als Postkarten. Das finde ich ganz wunderbar, auch wenn es bedeutet, dass ich mich entscheiden muss, und das fällt mir angesichts der Auswahl schwer. Am liebsten hätte ich alle. … Ja, man muss bekloppt sein. Nicht nur ein bisschen.

Fotos: Copyright © Archiv Buschbom

* Ihm und Christian, Autor des Buches Rasen der Leidenschaften, der uns im Rahmen des Geschichtsabends Fotos von den ehemaligen Spielstätten der Tennis-Borussen gezeigt hat. Und dass Christian hier nur klein und grau auftaucht, sagt natürlich nichts über die Qualität seines großartigen Buches aus.



16. April 2012 0

Grüntöne

| Spielplan

Everyone knows Ireland don’t have the most gifted of squads at the championships but no team will match them for passion, dedication and the will to win. This album is dedicated to their efforts.

Sing Up For The Boys In Green – elf teils fantastische Songs für und über die irische Fußballnationalmannschaft, gespielt von elf Bands, gesammelt vom Label Indiecater Records. Sofort bin ich ein bisschen verliebtFan … verliebt, and all the world is green, und sofort wünsche ich mir so etwas Schönes auch für die deutsche Elf (GHVC, bitte übernehmen Sie), und im nächsten Moment spüre ich, dass es besser wäre, dieser Wunsch bliebe Wunsch und grün hinter den Ohren for ever.



22. Februar 2012 0

Esst mehr Obst

| Spielplan

»MELONE«. Foto: Copyright © Sarah Illenberger

Über Okkas Blog Slomo beziehungsweise Marlenes dortige Kolumne bin ich vor einiger Zeit auf die Berliner Künstlerin Sarah Illenberger aufmerksam geworden. Ihre Arbeiten sind faszinierend, besonders dieses köstliche Melonending da oben hab ich zum Fressen gern.

[Mmmmmhh: Sarahs Prints kann man essen kaufen. Nichts wie hin.]



13. Dezember 2011 2

No Dice

| Spielplan

We have always believed that football is a perfect way to understand and get inside a city and its people. This is as much the case in Berlin as anywhere else. Berlin – with its unique history of togetherness and division, of war and peace, of immigrants and locals – tells so many stories through its football.

Das No Dice Magazine ist neu, toll und unterstützenswert. »Berlin football. In words, photos and illustrations.« Dass es so etwas überhaupt gibt – ein hochwertiges englischsprachiges Magazin, das sich quer durch alle Ligen mit dem Berliner Fußball beschäftigt – und dass es dann auch noch mit so viel Herz und Humor (und natürlich Fußballsachverstand) umgesetzt wird, das begeistert mich sehr.

Seit dem Sommer hat das No-Dice-Team an der ersten Ausgabe gearbeitet, jetzt steht sie als PDF-Download (für sagenhafte 50 Cent oder gern auch mehr) bereit. Die gedruckte Auflage ist auf 100 Exemplare limitiert. Aber – yeah! – schon im Februar kommt die zweite Ausgabe. Ich bin jetzt schon süchtig.

Drei Doppelseiten aus dem ersten Heft. Copyright © No Dice Magazine

[Guckt mal: No Dice bei Facebook und Twitter.]



12. November 2011 0

Die Schönheit der Chance

| Spielplan

Ich wache mitten in der Nacht auf und will einer Tatort-Kommissarin schreiben.
Ich sitze in der Bahn, rufe meine Mails ab und springe auf. Yeah!
Ich twittere im Traum.
Ich möchte fremden Menschen um den Hals fallen, weil … ja, weil … die Sonne scheint!

Fast täglich erzähle ich Freund(inn)en und Kolleg(inn)en mit zappeliger Stimme, was es Neues gibt – sie wissen Bescheid, fragen: »Und? Was macht die Aktion?«, und hören zu und lächeln und nicken, und später fragen sie: »Arbeitest du jetzt eigentlich an diesem Buch? … Oder arbeitest du an der Aktion?«, und dann lächele ich und nicke. »Beides.«

Die Aktion und ich. Ich und die Aktion. Sie macht mich glücklich, und dankbar. Jeden Tag freue ich mich über so viele kleine Dinge, über Menschen, die mitdenken und mitfühlen und Großes leisten. Und manchmal ärgere ich mich, weil ich doch gar nicht so viel Zeit und Kraft habe für all das, was ich mir wünsche, was ich der Aktion wünsche, doch der Ärger währt nie lange – ich schlafe grübelnd ein und wache ausgeruht auf und bin besänftigt und voller Tatendrang.

Die Aktion ist eine Chance. Eine wunderschöne.
Am 16. November geht’s los – endlich! Für alle. Ich kann es kaum erwarten.



11. Juni 2009 0

| Spielplan

Rudi Kargus | Russenköpfe



26. Mai 2009 0

| Spielplan

Fussballfans tragen Blue Jeans

Thomas Riese | Fine Art | Public Places

[Die Bilder von Thomas Riese kann man kaufen: bei LUMAS.]



11. Juni 2008 0

»Flüchten oder standhalten«

| Spielplan

Martin Storz ist Fotojournalist und führt ein Weblog. Martin Storz mag keinen Fußball, glaube ich, aber dennoch kann er mit Fußball etwas anfangen. Das Projekt »Flüchten oder standhalten« sammelt »Kurioses, Nebensächliches, Aufregendens, Banales rund um unsere fussballbegeisterte Umwelt« und man ahnt schon, dass es um den Blick der Beteiligt-Unbeteiligten geht; ein Blick von Außen, dem entfernteren Teil eines größeren Innen: täglich neue Fotos. Spannend.



27. Mai 2008 0

| Spielplan

Björn Allemann sollte Fußballplätze fotografieren, gemeint war Naheliegendes. Er hat sich anders entschieden: Innerhalb von 15 Monaten reiste er durch die Schweiz, auf der Suche nach der alltäglichen Verflechtung des Fußballs im Kleinen, nach jenen Orten fernab jeder bildhaften Plattitüde.

Auf art-tv.ch gibt es einen kleinen Bericht, auch ohne Sprachkenntnisse größtenteils verständlich; eine Onlineausstellung bei NZZ; die tatsächliche Ausstellung in der COALmine in Winterthur noch bis Mitte Juli.



1. Mai 2008 0

| Spielplan

39 Tage werden die “Wasserläufer” durch Deutschland mit einem kongolesischen Lastenfahrrad, dem Tshukudu, wandern.



1. Juni 2007 0

Die Raute unter dem Hakenkreuz

| Spielplan

hsv-museum

HSV-Präsident Emil Martens, Asbjørn Halvorsen und der Sportbeauftragte des Gaues Nordmark für Hamburg, Arthur Egon Schmidt (v. l.), aufgenommen 1933 auf dem Rothenbaum-Sportplatz. | Foto: Copyright © HSV-Archiv

Seit 43 Jahren, 281 Tagen, 1 Stunde, 46 Minuten und 30 Sekunden ist der HSV in der Bundesliga, 31, 32, 33, die Vergangenheit des Vereins reicht weiter zurück. Gut, wenn man erinnert, gut auch, wenn die Brille dabei unverdunkelt bleibt.

Am 5. Juni beginnt im HSV-Museum eine Sonderausstellung über die Geschichte des Vereins in den Jahren 1933 bis 1945, »Die Raute unter dem Hakenkreuz – Der HSV im Nationalsozialismus«. Eine Ausstellung über Anpassung und Opposition, Täter und Opfer, den sportlichen Alltag zwischen Krieg und Verfolgung. Die Ausstellung umfasst ca. 100 qm und zeigt neben den üblichen Exponaten, Fotos und Texten auch eine Videostation mit Interviews von Zeitzeugen.

Der Leiter des Museums selbst, Dirk Mansen, hatte die Idee zur Ausstellung schon vor einiger Zeit, »dass die Geschichte von Tull Harder und Asbjørn ›Assi‹ Halvorsen immer wieder von Journalisten und Öffentlichkeit nachgefragt wurde«, bekräftigte sein Vorhaben. Mit Unterstützung des HSV konnte die Ausstellung nun realisiert werden, nach Angaben des Vereins die erste ihrer Art.

Die Raute unter dem Hakenkreuz
Der HSV im Nationalsozialismus

05.06.2007 – 31.08.2008

HSV-Museum
Sylvesterallee 7
22525 Hamburg



30. Mai 2007 0

Er steht im Tor und ich dahinter

| Spielplan

Ronald Reng ist mir als Fußballautor ein Begriff, seit der Traumhüter in meinem Bücherregal steht (grün, schön). Dann las ich von ihm in der Süddeutschen, RUND, der ZEIT, er schreibt über England, Barcelona, den Fußballgott und die Welt – sein Name ist mir stets ein Versprechen, seine Sporttexte empfehle ich ungelesen. Das geht so weit, dass ich Rengs Texte zwar wohlwollend wahrnehme, tatsächlich aber manchmal nicht lese. Mich macht offenbar schon das Wissen um ihre Existenz glücklich.

Ronald Reng also, Sportjournalist, Buchautor, liest jetzt in Klagenfurt*, beim Wettbewerb um den renommierten Bachmannpreis. In der literarischen Königsklasse sozusagen. Allein unter Golfern. Ob sein Text dort auch von Fußball handeln wird, das erfährt man erst später.

Ronald Reng ist auch Torhüter, ob ein traumhafter, das weiß man nicht. Aber charmant ist das, gerade im Zusammenhang mit seinem Bestseller. Und hilfreich allemal, denn eine gute Verteidigung kann auch in Klagenfurt nicht schaden.

* Klagenfurt ist auch Veranstaltungsort der Fußball-EM 2008, bei den 31. Tagen der deutschsprachigen Literatur findet dieser Umstand im Rahmenprogramm Berücksichtigung: »Fußball und Literatur verbindet vieles«.