Kategorie Abseits

23. November 2007 0

Matching

| Abseits

Meinetwegen könnte Marcel Reif auch den Rest seiner Karriere auf Boris Beckers Geburtstagsparty verbringen.



11. November 2007 0

Saisongemüse

| Abseits

Was ich mit Oliver Kahn gemeinsam habe:
überall zum letzten Mal sein.



6. Oktober 2007 0

| Abseits

Jedes Mal rechne ich fest damit, dass Jan Henkel einfach so auf Italienisch weiterredet. Und jedes Mal bin ich dann ein bisschen enttäuscht.



30. September 2007 0

Außenseiter

| Abseits

St. Pauli hat das Auswärtsspiel in München verloren.



7. September 2007 0

Charakterschauspieler

| Abseits

Klose Kapitän.



6. September 2007 0

| Abseits

Das mit der ballorientierten Verteidigung ist ein uralter Hut. Ich hab das schon vor zwanzig Jahren in der E-Jugend beobachtet.

[Hintergrundinformationen hier, Seite 2: »Verschieben der gesamten Mannschaft zum gegnerischen Ballbesitzer aus der Grundordnung ›11 gegen den Ball‹«]



6. September 2007 0

Hintermann

| Abseits

Wenn ich Angst hätte, ich meine, wenn ich so richtig Angst hätte, weil ich so alleine da hinten drinstünde und all die Stürmer stürmten, und ausgerechnet auf mich zu, dann würde ich ja versuchen, den Ball loszuwerden.

Querpass, wenn es ginge. Oder Steilpass, so unheimlich steil und hoch und weit weg mit dem Ding, dass auf jeden Fall nichts schiefgehen könnte. Irgendeiner käme mit dem Kopf schon dran, kann man ja ruhig auch mal aus Panik heraus machen, braucht man ja nicht erst auf Halblinks stehen und dann reinkurven; gibt ja gar keine Außen mehr, will ja niemand mehr in die Ecken, die könnten die Fahne eigentlich zehn Meter hinter der Mittellinie aufstellen, lernen die ja schon bei der U17; nur nicht über Außen spielen, das ist irgendwie gefährlich oder doof oder sonst was; auf jeden Fall also ab durch die Mitte, da kann man nichts falsch machen. Zumindest nichts anders und also nichts falsch. Wo war ich? Ach ja. Man könnte sich den Ball auch schnappen und Gas geben. Ist ja nicht so schwer, wenn man ein bisschen Tempo drauf hat, mit ein bisschen Tempo kann ja sogar ein Vorstopper dribbeln, muss man sich nur trauen. Vorstopper gibt es nicht mehr? Egal, er könnte das, wenn es ihn noch gäbe. Oder auf die Tribüne pöhlen. Oder in die Hand nehmen und wegrennen. Was weiß ich. Aber zum Torwart? Ich meine, hey: Das ist der Torwart!

Ich hätte gerne den Zusammenschnitt der Rückpässe eines Spieltages und dessen, was daraus resultiert – nur die Rückpässe, die zum Torwart gehen. Irgendeinen Grund muss es ja geben, dass die das alle so gerne machen, irgendeinen spieltaktisch unglaublichen Vorteil. Ich bin nur noch nicht drauf gekommen. Aber ich krieg das raus.



4. September 2007 1

Fünf plus Zwanzig macht Drei

| Abseits

Fußballvereine, ich meine, das Image der Fußballvereine, zumindest das Image der Fußballvereine, wie das so in mir vorgehalten wird, Fußballvereine also passen perfekt zu den Städten, also die Images der Fußballvereine passen zu den Images der Städte, zumindest wie die Images so in mir vorgehalten werden. Das ist mir tatsächlich noch nie aufgefallen. Anders gesagt: Bayer 04 Leverkusen finde ich genauso langweilig wie Leverkusen. Ich war da zwar nur einmal und nur kurz, ich meine in Leverkusen, aber das reicht für eine Meinung, ich meine, mir reicht das. Ändert sich ja selten, wenn man mehr erfährt. Aber ich will auch gar nicht mehr erfahren. Über Leverkusen.

Die werden trotzdem Dritter, ich kann das ja selbst kaum glauben. Ist aber eine einfache Rechnung: Fünfter plus Gekas ist Dritter.



2. September 2007 0

| Abseits

Herbert Fandel wurde schon drei Mal vom Unparteiischen-Ausschuss des DFB zum deutschen Schiedsrichter der Saison gewählt, zuletzt in der Saison 2006/2007. Vermutlich ja auch so ein Erbhof: Schiedsrichter und Politiker, da muss man nur durchhalten, dann wächst das Selbstbild über die Umgebung hinaus. Und irgendwann steht dann ein Hermannsdenkmal auf dem Platz und pfeift sich einen Mist zusammen, dass nur noch Staunen bleibt.

Ich saß nicht in diesem Ausschuss. Wollte ich nur mal gesagt haben.



27. Juli 2007 0

| Abseits

Ab morgen dann Hitzfeld in Gelb.



3. Juli 2007 4

Ablösesumme

| Abseits

Als Ballack fortging, fing ich an, ihn zu mögen. Etwas veränderte sich. Meine Abneigung verwandelte sich in mir verdächtig erscheinender Geschwindigkeit in Sympathie, in pures Wohlwollen. Ich verteidigte ihn vehement vor kritischen Journalisten, er war der Grund, weshalb ich Chelsea siegen sehen wollte, jedes seiner Tore bejubelte ich, und ich seufzte, als er verletzt ausfiel; etwas veränderte sich, ich wurde zum Fan.

In keinem der Gründe, die mir auf den ersten Blick als Erklärungsansätze geeignet erschienen, gefiel ich mir. Deshalb ahnte ich, dass ich so leicht nicht davonkommen würde, dass ich ein »Ich mag eben keine Helden, und die Bayern finde ich eh doof« nicht würde gelten lassen können. Mein Unbehagen erreichte einen vorläufigen Höhepunkt, als ich mir eingestehen musste, dass mir Ballack sympathischer geworden ist, seit nicht mehr täglich über ihn gesprochen wird. Die »Führungspersönlichkeiten« sind in England andere. Die nachlassende Präsenz Ballacks, in den Medien und in mir, hatte eine Lücke geschaffen. Diese Lücke füllten fortan echtes Interesse und eine seltsame Form von Solidarität, die mir nicht geheuer war.

Möglicherweise hatte ich mich geirrt, damals, vielleicht war es aber auch nur das »Modell Ballack«, das mir mehr und mehr zu behagen schien, weil ich mich in ihm wiedererkannte, wiedererkennen wollte. Oder das alles ist Unsinn und die Wahrheit viel schlichter. Über die Ahnung bin ich noch nicht hinaus, ich suche noch immer, und das gefällt mir. Den neuen Werbespot, den mit den Rosen, finde ich ganz in Ordnung; vorhin habe ich sogar den Fernseher angelächelt.



25. Juni 2007 3

| Abseits

Ob Fußballer Weblogs lesen?



23. Juni 2007 0

Schaum

| Abseits

Ich träume von Fußball. Im Traum bin ich Lincoln, kauere auf dem Rasen und weine bitterlich. Trainer Baade gewinnt den Grimme Online Award, weil er sich Blogwerbung und Klüngeltum konsequent verweigert und stattdessen lieber konsequent bloggt, ohne mit der Wimper zu zucken – so wie sich das gehört, wenn man ein Blog hat. Im Traum fallen auch mir Themen ein, über die ich schreiben könnte. Theoretisch. In der Praxis verhält es sich eher wie bei, hm, Klose? (Oh nein, nicht schon wieder Klose, geh mir weg mit dem, weg, weg!) Okay, ich zelebriere mein Scheitern. Draußen regnet’s, ich tu mir leid. Aber wenn ich mir vorstelle, dass viele Fußballprofis in diesen Tagen irgendwo mit Mama Frau und Kind in der Sonne liegen und plötzlich mal ganz viel Zeit haben für Nichtfußballsachen, kann ich kaum glauben, dass es denen so richtig gut geht. Manchen vielleicht schon, aber ich bin sicher, der Großteil freut sich auf den Trainingsauftakt, weil dann wieder jegliche Form von Initiative ein Gerüst hat und sich alles in einem überschaubaren Aktionsrahmen abspielt. Ich bin also gerade ähnlich überfordert wie die meisten Fußballer, bilde ich mir ein, nur ohne Strand. Nächste Saison blogg’ ich bei Istanbul. Mit dreizehn Bodyguards. Auf einmal steht da Bernd Schuster und erzählt mir einen Witz, aber ich ich verstehe ihn kaum, weil ich Lukas Podolskis Mutter Schokoladenkuchen zuwerfe und dann ganz schnell duschen muss, bevor …

[schläft]



16. Juni 2007 1

Close

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Der Mensch, der von Google und zu Besuch kam, weil er nach »Reng« und »Stefan Klos« suchte, der ist hier nicht fündig geworden. Aber den schönen Artikel von Ronald Reng über Klos, einen ruhigen Menschen und seinen leisen Abschied, nur ein paar Zeilen weiter oben, der ist ihm gewiss nicht entgangen.



16. Juni 2007 0

Mensch, Meyer

| Abseits

Hans Meyer, fotografiert von Benne Ochs

Foto: Copyright © Benne Ochs

Die Doppelseite wird eingenommen von einer formatfüllenden weißen Gardine, transparent, die Zipfel der langen Schuhe schauen unten heraus, die Gestalten dahinter ahnt man, sieht sie nur schemenhaft. So beginnt das Interview mit den Leningrad Cowboys, ein schönes Interview, eingeleitet mit einem genialen Foto von Benne Ochs. Das Interview beginnt auf Seite 96 der vorerst letzten Ausgabe der RUND, April-April-Ausgabe, kein Scherz.

Das Foto dort oben ist Hans Meyer, ich kenne kein zweites Bild, das ihn genau so zeigt, wie ich ihn wahrnehme. Wenn er spricht, grummelt, und es am Ende tatsächlich besser weiß. Ebenfalls aus der RUND, März 2006, Seite 44. Ebenfalls Benne Ochs.

Benne Ochs hat viele Fotos für die RUND gemacht, Cover, Aufmacher, kleine Schmuckbilder, es müssen hunderte sein. Viele Fotos davon sind gut; die meisten sind sehr gut. Dass ein Fotograf dieser Klasse für ein Fußballmagazin arbeitet, sagt viel aus über den Anspruch der Redaktion, eben nicht nur textlich, nicht nur faktisch. Ich mag das sehr. Aber vielleicht stimmt es ja, was man von jenen hört, die es immer besser wussten, denen der kicker genügt und das Internet, es mag stimmen, dass da kein Platz ist für ein Magazin, in dem Fußball mehr ist als nur rund. Vielleicht ist das so. Aber ich möchte mich einfach nicht mit den Günther Kochs dieser Welt begnügen.

RUND hat eine Webseite.
Benne Ochs auch. Anschauen.